In anderen Ländern der EU ist es bereits Alltag, dass in Sekundenschnelle digitale Rezepte ausgestellt und Gesundheitsdaten bequem online abgerufen werden können. Ob und wie der Stand dazu in den deutschen Kliniken ist, diskutierten Betriebsrätinnen und Betriebsräte am 22. Juni 2026 in Forst.
Am Beispiel von Ländern wie Estland und Polen wurde geschaut, wie stehen wir in Deutschland im Bezug auf den digitalen Wandel da. Der Umgang mit elektronischer Patientenakten, digitaler Schichtplanung, KI-gestützte Diagnoseunterstützung oder der Fernüberwachung von Patientinnen und Patienten wird zur gängigen Praxis. Neue Technologien verändern, wie Gesundheitsversorgung organisiert wird – und damit auch, wie Beschäftigte arbeiten, wann und wie Arbeitnehmervertretungen in Prozesse eingebunden werden, was digitale Transformation konkret für die teilnehmenden Einrichtungen, deren Beschäftigten und auch deren Mitbestimmungsrechte bedeutet.
Denn unter dem Begriff „Digitale Gesundheit“ selbst wird vieles zusammengefasst: von der elektronischen Patientenakte über Apps auf Rezept bis hin zu Telemedizin und dem Einsatz Künstlicher Intelligenz. Deutschland hat dabei in den vergangenen Jahren gesetzliche Grundlagen geschaffen, steht im internationalen Vergleich jedoch noch vor erheblichen Herausforderungen und damit hinter anderen Ländern und Nachbarländern zurück.
Der Tag zeigte erneut, wie wichtig der Austausch der eigenen Ansätze und Erfahrungen für alle Beteiligten ist. Zusammen erörterten die Teilnehmenden zudem, welche Chancen und Risiken die Digitalisierung des Gesundheitswesens für Beschäftigte und Einrichtungen in der Lausitz mit sich bringt – und wie betriebliche Arbeitnehmervertretungen diese zukunftsträchtige Entwicklung selbst aktiv mitgestalten können.
Das nächste Netzwerktreffen findet am 21.09.2026 statt. Der Veranstaltungsort und die Thematik werden rechtzeitig bekannt gegeben. Alle interessierten Arbeitnehmervertreter/innen sind herzlich eingeladen. Und wie immer – Weitersagen ist erwünscht!