28.01.26
Aktuell, Mitteldeutsches Revier

Nachbericht Strukturwandel-Stammtisch „Perspektiven der Wasserstoffwirtschaft“

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Das Mitteldeutsche Revier macht sich auf dem Weg, zu einem zentralen Standort der Wasserstoffwirtschaft zu werden. Mit seiner starken industriellen Basis, einer leistungsfähigen Energieinfrastruktur und einer langen Tradition in der Chemie- und Energiewirtschaft bringt die Region wichtige Voraussetzungen für den Aufbau einer zukunftsfähigen Wasserstoffökonomie mit.

Zwischen Skepsis und Aufbruch

In jüngster Zeit sorgten Meldungen über nicht realisierte Projekte für Zweifel an der Umsetzbarkeit der Wasserstofftechnologie. Über den aktuellen Stand und die Zukunftsperspektiven in der Region diskutierte der Strukturwandel-Stammtisch gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Wasserstoffwirtschaft.

Tobias Richter vom Hypos e. V. betonte dabei, dass der Aufbau eines funktionierenden Wasserstoffmarktes ein langfristiger Prozess sei. Ziel bleibe ein diskriminierungsfreier Zugang zur Infrastruktur sowie wettbewerbsfähige Preise. Trotz einzelner Rückschläge sei der Markthochlauf real: Unternehmen sammelten bereits praktische Erfahrungen und schlössen erste kommerzielle Verträge ab.

Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Vor allem im mitteldeutschen Chemiedreieck werden unterschiedlichste Vorhaben entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette umgesetzt – von der Erzeugung von Wasserstoff über Transport und Speicherung bis hin zur industriellen Nutzung. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Wasserstoff-Kernnetz. Zwischen Ostsee und Mitteldeutschland wurden bereits rund 400 Kilometer Leitungen wasserstofffähig umgerüstet, 139 Kilometer davon sind bereits befüllt.

Ein konkretes Beispiel ist die geplante Belieferung der TotalEnergies-Raffinerie mit jährlich rund 30.000 Tonnen Wasserstoff durch RWE über mehrere Jahre hinweg.

Forschung, Reallabore und Innovation

Begleitet wird der Markthochlauf durch eine starke Forschungslandschaft. Das Wasserstoffdorf Bitterfeld-Leuna untersucht die praktischen Betriebsbedingungen für die Verteilung des Energieträgers. Das Hydrogen-Lab Leuna widmet sich der Erforschung von Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff, der H₂-Hub in Sachsen-Anhalt der Qualifizierung und Weiterbildung von Beschäftigten und Studierenden. Weitere Impulse soll das im Aufbau befindliche Großforschungszentrum für neue Chemie (CTC) in Delitzsch und Merseburg liefern. Als erfolgreiches Reallabor entlang der gesamten Wertschöpfungskette gilt zudem der Energiepark Bad Lauchstädt.

Wachsende Nachfrage aus der Industrie

Die Bedeutung von Wasserstoff für die Wirtschaftsregion Mitteldeutschland unterstrich Johannes Wege von der Landeskoordinierungsstelle Wasserstoff der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA). Die Koordinierungsstelle informiert, qualifiziert und vernetzt Akteure, begleitet Projekte und unterstützt Studien zur Wasserstoffwirtschaft.

Allein in Sachsen-Anhalt ist der Bedarf bei rund 700 Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie Chemie, Metallverarbeitung, Glas, Keramik oder Nahrungsmittelproduktion vorhanden. Auch in Sachsen gibt es Nachfrage, etwa bei Chipherstellern in Dresden oder bei BMW in Leipzig, das einen eigenen Anschluss an das Wasserstoff-Kernnetz erhalten soll.

Wertschöpfung in der Region halten

Zentrales Ziel bleibt es, die Wertschöpfung in der Region zu sichern. Die Wasserstoffwirtschaft bietet hierfür große Chancen. Neben Industrie und Infrastruktur verfügt Mitteldeutschland über verfügbare Flächen für neue Industrie- und Chemieparks sowie für den Ausbau erneuerbarer Energien und Elektrolyseure. Die heute gesammelten Praxiserfahrungen und das wachsende Know-how in Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige Wertschöpfung – auch mit internationaler Strahlkraft.

Der Strukturwandel-Stammtisch fand in Kooperation zwischen Revierwende und dem Bündnis Strukturwandeln im Rahmen des Projekts ZusammenWachsen – Engagiert im Revier statt.

 

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