01.09.25
Aktuell, Lausitz

Nachlese: 8. BR-Netzwerktreffen Energie und Versorgung am 14. August 2025

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„FIT FÜR DEN WANDEL“​ – Transformationsprozesse gestalten​ – Betriebsänderungen erfolgreich umsetzen

Am 14.08.2025 fand bei allerschönstem Sonnenschein am Geierswalder See unser 8. Betriebs- und Personalrätenetzwerktreffen Energie & Versorgung statt.

Vor schönster Kulisse im LeuchtTurm-Lausitz ging es dieses Mal um die Möglichkeiten für Betriebs- und Personalräte, Transformationsprozesse mitzugestalten und Betriebsänderungen erfolgreich umsetzen zu können. Insbesondere konnte anhand von Praxisberichten von Betroffenen aus unterschiedlichsten Perspektiven veranschaulicht werden, wie Betriebsräte und Gewerkschaften gemeinsam mit der schwierigen Aufgabe eines Personalabbaus bis hin zu einer nicht vermeidbaren Schließung umgehen.

Nach einer ersten rechtlichen Einordnung der Materie und einer generellen Übersicht, welche Fehler Gremien im Kontext von Betriebsänderungen begehen können, widmeten wir uns Fallbeispielen aus der betrieblichen Praxis. Zunächst berichtete die Betriebsratsvorsitzende der Antolin Massen GmbH (ehem. Magna Interiors) von den langen Restrukturierungsbemühungen ihres BR-Gremiums für den Erhalt des Standortes mit 180 Arbeitsplätzen. Trotz vereinten Kräften mit der IG Metall und externen Sachverständigen konnte zwar eine Schließung des Standortes nicht abgewendet, aber zumindest ein gutes Verhandlungsergebnis erzielt werden. Weitere Infos zur Werkschließung findet ihr bei der IG Metall Südbrandenburg: https://www.igmetall-sbb.de/aktuelles/meldung/gute-bedingungen-fuer-beschaeftigte-von-antolin-verhandelt.

Von einem ähnlich traurigen Beispielfall, dem Glaswerk in Drebkau mit ca. 160 Beschäftigte der irischen Ardagh-Gruppe, berichtete eine Gewerkschaftssekretärin von der IGBCE Cottbus. In einem zunächst aussichtlosen Fall wurden durch intensiven gewerkschaftlichen Einsatz und in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Mitbestimmung alle Optionen genutzt, um den Standort zu erhalten: https://www.presseportal.de/pm/170498/5961181. Auch wenn dies nicht vollständig gelang, konnte zumindest ein gutes Ergebnis für die von der Schließung betroffenen Beschäftigten erzielt werden.

Alle Teilnehmenden des Netzwerktreffens hatten viele Nachfragen an die Referentinnen und gingen durch den wechselseitigen Erfahrungsaustausch gestärkt aus der Veranstaltung heraus. Einigkeit bestand darin, dass niemand die geschilderten Erfahrungen im eigenen Unternehmen durchleben möchte. Um bestmöglich vorbereitet zu sein, wurden als wichtige Erfolgsfaktoren vor allem die rechtzeitige und regelmäßige Wahrnehmung der Informationsrechte und die gute Kommunikation in die Belegschaft und Öffentlichkeit benannt. Auch eine abgestimmte Zusammenarbeit mit Gewerkschaften sowie juristischen und betriebswirtschaftlichen Sachverständigen ist elementar, um sich auf den drohenden Wandel vorzubereiten.

Zum Abschluss des Tages erläuterte der Geschäftsführer der BOB Transfer GmbH, wie das arbeitsmarktpolitische Instrument des Transfers sinnvoll eingesetzt werden kann. Als ein Baustein im Rahmen von Interessenausgleich- und Sozialplanverhandlungen hilft es in von Personalabbau betroffenen Betrieben dabei, dass betroffene Mitarbeitende zügig wieder Beschäftigung finden. Wichtige Fragen, wie der Unterschied zwischen Transfergesellschaften und Transferagenturen und worin der Vorteil für die Beschäftigten liegt, konnten in diesem Kontext beantwortet werden.

Trotz der heißen Temperaturen fanden die Auswahl der Themen und die Beiträge der Referentinnen und Referenten bei den Teilnehmenden viel Anklang. Sie waren sich einig, dass sie nach diesem Treffen „Fitter für den Wandel“ nach Hause kehren. In ihrem Feedback lobten sie einmal mehr das gute Format der Netzwerktreffen, bei dem man sich in einem guten Ambiente mit Gleichgesinnten aber auch Experten verschiedener Themen ganz unkompliziert austauschen kann. Während noch aussteht, wann genau das kommende Netzwerk-Treffen in der nächsten Förderperiode stattfindet, zeigte sich in den Themenwünschen der Anwesenden weiterhin reges Interesse an fortlaufendem Austausch. Konkret gäbe es mit der Betrachtung von Arbeitssicherheit, Wirtschaftsausschüssen und Betriebsversammlungen noch unzählige Stellschrauben, um dem Wandel in der Lausitz gemeinsam zu begegnen.

Der nächste Termin für die Weiterführung kommender Netzwerktreffen wird voraussichtlich im Dezember stattfinden und rechtzeitig bekannt gegeben.

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