14.11.25
Lausitz

Nachlese: Auftaktveranstaltung REVIERWENDE Lausitz 2.0

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Wir in der Lausitz – Stark für die Lausitz

Unter diesem Motto haben wir am 6. November 2025 im Neuen Schloss in Bad Muskau unsere Auftaktveranstaltung zur REVIERWENDE Lausitz 2.0 durchgeführt. Drei Stunden lang kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Gewerkschaften und Betrieben zusammen, um über den Stand des Strukturwandels in der Lausitz und die nächsten Schritte zu sprechen.

Die Veranstaltung wurde von Marko Schmidt, Teamleiter der REVIERWENDE Lausitz, und Cord Panning, Geschäftsführer und Parkdirektor des Fürst-Pückler-Parks Bad Muskau, eröffnet.

Perspektiven aus den Betrieben

Im ersten Programmteil berichteten Toralf Smith, Konzernbetriebsrat der LEAG, René Adler, Betriebsratsvorsitzender der SIK Peitz, Maria Müller, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Seenlandklinikums Hoyerswerda, Olaf Wobst, Betriebsratsvorsitzender bei ALSTOM Bautzen, und Kathleen Keßler, JAV-Vorsitzende der LEAG-Bergbau, über ihre Erfahrungen und Einschätzungen zum Strukturwandel.

Deutlich wurde: Der Wandel betrifft die Region auf vielen Ebenen. Es geht um tiefgreifende Veränderungen im Arbeitsalltag, in der Ausbildung und bei Zukunftsperspektiven. Viele Beschäftigte fühlen sich dabei bislang nicht ausreichend mitgenommen. Prozesse verlaufen zu langsam, zu bürokratisch und teils ohne klare Perspektive für die Belegschaften. Immer wieder wurde betont, dass sozialverträgliche Lösungen, Planbarkeit und faire Bedingungen entscheidend sind, um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kommunen, Politik und Projekten wie der REVIERWENDE Lausitz wurde als zentrales Instrument gesehen, um die Transformation gemeinsam zu gestalten.

Zugleich wurde klar, dass der Wandel weit über die großen Energie- und Industriebetriebe hinausgeht. Auch die Zuliefererbetriebe, die für große Arbeitgeber wie die LEAG tätig sind, spüren die Veränderungen deutlich, häufig jedoch ohne im Fokus der Aktivitäten rund um den Strukturwandel zu stehen. Ebenso gilt das für soziale Einrichtungen und andere regionale Betriebe, die indirekt betroffen sind. Neben den Herausforderungen wurden aber auch Fortschritte sichtbar: Modernisierungsprojekte, neue Ausbildungsangebote und der Ausbau betrieblicher Netzwerke zeigen, dass Wandel auch Chancen eröffnen kann. Insgesamt blieb die Botschaft: Der Strukturwandel muss planbar, gerecht und mit konkreter Perspektive verlaufen, damit die Menschen in der Lausitz ihn mittragen können.

Fishbowl-Diskussion

Nach den Betriebsratsbeiträgen folgte eine Fishbowl-Diskussion mit Daniel Keller, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg, Matthias Hloucal, Referatsleiter „Beziehungen zu Bund und Ländern, Programmerstellung und –fortschreibung“ im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung, Katja Karger, Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, und Daniela Kolbe, stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen.

In ihren einleitenden Worten gingen die Podiumsgäste auf unterschiedliche Aspekte des Strukturwandels ein. Daniel Keller und Matthias Hloucal machten deutlich, dass der Wandel aktuell in einer wirtschaftlich herausfordernden Zeit stattfindet. Es wurde betont, dass bereits Fortschritte erzielt wurden, zugleich aber Fördermittel gezielter eingesetzt werden müssen, um die Maßnahmen wirksam umzusetzen.

Aus gewerkschaftlicher Sicht unterstrichen Katja Karger und Daniela Kolbe die Bedeutung von Mitbestimmung, Tarifbindung und Guter Arbeit. Beide hoben hervor, wie wichtig es sei, die Perspektive der Beschäftigten sichtbar zu machen. Sie zeigten sich erfreut darüber, dass die Arbeit der REVIERWENDE fortgesetzt wird, um dies weiter zu unterstützen.

Im Anschluss an die Statements beteiligten sich auch Teilnehmende aus dem Publikum und brachten ihre Sichtweisen in die Diskussion ein. Dabei ging es beispielsweise um Themen wie die Notwendigkeit der Elektrifizierung von Bahnstrecken und den Ausbau der Schieneninfrastruktur insgesamt im Lausitzer Revier. Angesprochen wurde auch, dass Orte wie Görlitz, Bautzen und Cottbus häufig im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen, während kleinere Städte und ländliche Gebiete aus Sicht einiger Teilnehmender im Strukturwandel zu wenig berücksichtigt werden. Zudem wurde, angeregt durch einen Teilnehmerbeitrag, diskutiert, inwiefern Tarifbindung als Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln eine Rolle spielen könnte, um sicherzustellen, dass öffentliche Gelder zu guten Arbeitsbedingungen und fairer Entlohnung beitragen.

Fazit

Zum Abschluss der Veranstaltung nahmen die Podiumsgäste noch einmal Stellung und formulierten ihre Erwartungen an die REVIERWENDE Lausitz. Es bestand Einigkeit darüber, dass die REVIERWENDE ein wichtiges Instrument ist, um die Perspektiven der Beschäftigten sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit in der Region zu stärken. Der gemeinsame Wunsch an das Projekt: diesen Ansatz in der zweiten Phase fortzusetzen, die betriebliche Perspektive weiterhin aktiv einzubringen und so den Strukturwandel konstruktiv mitzugestalten.

Die Veranstaltung endete mit einem offenen Austausch, bei dem viele Teilnehmende die Gelegenheit nutzten, die Gespräche fortzuführen und persönliche Eindrücke zu teilen.

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