Wie lassen sich die Strukturen eines neuen Großforschungszentrums von Beginn an diskriminierungsarm gestalten? Und wie entsteht eine Unternehmenskultur, in der Gleichstellung und Mitbestimmung gelebt werden?
Diesen Fragen ist das Projekt Trafo*NOVA am Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA) nachgegangen. Der Schlüssel zum Erfolg: Ein partizipativer Ansatz. Die Mitarbeitenden wurden direkt befragt und aktiv in die Entwicklung von konkreten Lösungsansätzen und Umsetzungsmaßnahmen einbezogen.
Wandel nutzen – Zukunft gestalten
Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll: Wenn Gleichstellung von Anfang an mitgedacht wird, gewinnen alle im Unternehmen. Durch den Einbezug der Beschäftigten entstanden praxisnahe Maßnahmen, darunter:
- Diversitätssensible Rekrutierung: Zielgruppenspezifische Ansprache, um strukturelle Barrieren abzubauen und mehr Frauen für MINT-Berufe zu begeistern.
- Vereinbarkeit & Familienfreundlichkeit: Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit sowie Unterstützung für lokales ehrenamtliches Engagement.
- Lebensphasenorientiertes Arbeiten: Flexible Arbeitsbedingungen, die sich an den unterschiedlichen Lebensphasen der Beschäftigten ausrichten.
- Inklusive Führung & Sichtbarkeit: Geschlechtergerechte Entwicklungsmöglichkeiten und das gezielte Fördern von weiblichen Vorbildern (Role Models) in der Wissenschaft.
„Gute betriebliche Perspektiven für Frauen heißt gute Perspektiven für alle“, fasst Dr. Andreas Otto den Mehrwert des Projekts zusammen.
Praxishilfe zum Download: Erfahrungen für die Region nutzen
Die Erkenntnisse aus dem Projekt „Trafo*NOVA: Regionale Transformation für alle gestalten – Neue berufliche Perspektiven für Frauen am DZA“ sollen nicht nur dem DZA nützen. Unternehmen und Einrichtungen in der Lausitz sind herzlich eingeladen, die Erfahrungen für die eigene Organisationsentwicklung zu nutzen.
Dafür steht eine umfangreiche und praxisorientierte Arbeitshilfe bereit. Sie liefert konkrete Tools, um schrittweise eine zukunftsorientierte, faire Unternehmenskultur aufzubauen und so auch dem Fachkräftemangel effektiv entgegenzuwirken.
Jetzt herunterladen: Praxisorientierte Arbeitshilfe auf Zenodo
Das Projekt wurde von Anna Dunkl und Dr. Andreas Otto vom Deutschen Zentrum für Astrophysik gemeinsam mit Dr. Anika Noack von SPRINT – wissenschaftliche Politikberatung PartG erarbeitet, unterstützt von Katrin Treffkorn, REVIERWENDE Lausitz, und gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung.
Trafo*NOVA: Zum NachMACHEN! empfohlen
Gemeinsam freuen wir uns das Trafo*NOVA zu den 14 ausgewählten Praxisprojekten gehört, die im Atlas des demokratischen und selbstbestimmten Wandels, in Koproduktion von Hans-Böckler-Stiftung und DGB, vorgestellt und zum NachMACHEN! empfohlen werden.