20.06.24
Lausitz

Voller Energie! – Beschäftigte als Motor des Strukturwandels!

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Zum 4. Netzwerktreffen „Energie und Versorgung“ am 11. Juni 2024 in Rietschen

„REVIERWENDE und das Netzwerk Energie und Versorgung ist für uns inzwischen ein ganz wichtiges Projekt und ein Baustein, um von der Politik wahrgenommen zu werden!“ So lautete das umfassende Fazit eines Teilnehmers an dem 4. Netzwerktreffen Energie & Versorgung, das dieses Mal in Sachsen im Kino Kulturwerk in Rietschen nach einer Begrüßung durch den Rietschener Bürgermeister, Ralf Brehmer, stattfand. Zwei Vorträge am Vormittag sowie ein “Runder Tisch” mit weiteren Expert*innen und ihrem fachlichen Input am Nachmittag ließen noch genügend Zeit, sich über die themenspezifische Perspektive der teilnehmenden Betriebe qualifiziert auszutauschen.

Einmal mehr ging es in diesem Netzwerktreffen um das Thema Beschäftigte und welche Anforderungen an Arbeitgeber zu stellen sind, insbesondere zur Gewinnung und zum Halten von Nachwuchskräften aber auch um Frauen stärker im Rahmen von Beschäftigungsmöglichkeiten zu berücksichtigen.

Hierzu passte es, dass als Ehrengast für die Runde die stellvertretende DBG-Vorsitzende Elke Hannack, die sich in der Lausitz-Region auf politischer Sommerreise befand, gewonnen werden konnte. Sie konnte die Teilnehmenden des Netzwerks durch einen kleinen Vortrag zur erfolgreichen geschlechterspezifischen Gestaltung von Transformationsprozessen für die Thematik sensibilisieren, nachdem sich die Teilnehmenden – beider Geschlechter – im Prinzip einig darüber waren, dass in ihren Betrieben weitestgehend keine Diskriminierung von Frauen stattfindet.

Elke Hannack nannte u.a. die bereits erzielte Verbesserung von Betreuungs-strukturen durch Gesetzesvorhaben, aber auch die Notwendigkeit der weiteren Finanzierung durch den noch zu verabschiedenden Haushalt. Sie forderte eine kontinuierliche höhere Wertschätzung von sozialen Dienstleistungen, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt sind. U.a. zeigte sie auf, dass auch Frauen in tarifgebundenen Unternehmen eher mehr Geld verdienen als in Unternehmen ohne Tarif. Neben einem geschlechtsspezifischen Verdienstunterschied, dem sog. „Gender pay gap“, sei inzwischen auch häufig das Phänomen eines „Gender part time digital gap“ zu finden, wie eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt habe. Häufig sei eine besonders ausgeprägte „Lücke“ dann anzutreffen, wenn Geschlecht und kürzere Arbeitszeit zusammenkommen, was im Bereich der Digitalisierung der Fall sein kann. Weibliche Beschäftigte sind laut dieser Studie gegenüber Männern mit Blick auf die digitale Zukunft bei ihrer beruflichen Tätigkeit deutlich benachteiligt (je komplexer die Technologie, desto größer die Differenz zwischen Männern und Frauen). Besonders ausgeprägt sei der digitale Rückstand bei Frauen in Teilzeitbeschäftigung.

Strategische Personalplanungen, die leider in Unternehmen noch viel zu wenig erfolgen würden, sollten abgesehen von der Möglichkeit zu „lebenslangem Lernen“ eine „geschlechtergerechte Gestaltung“ vorsehen. Insgesamt sei die Geschlechterperspektive stärker zu berücksichtigen. Konkret machte sie den Vorschlag Stellen grundsätzlich. auf Frauen zugeschnitten auszuschreiben, damit sich Frauen auch angesprochen fühlen. Die gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes von Frauen sei dabei auch ein entscheidender Faktor.

Die anschließende Debatte der Teilnehmenden fand im Lichte der Ergebnisse der Europawahlen aber auch aktueller Verhandlungen im Ankerbetrieb LEAG am Vorabend der Lausitz-Konferenz statt und zeigte einmal mehr, dass immer noch eine große Skepsis besteht, dass der Strukturwandel in der Lausitz gelingen wird.

Wie wichtig Frauen für den Strukturwandel sind, belegte sowohl ein anschließender Vortrag über „Frauen in der Lausitz“ als auch ein Auszug aus dem Lausitzmonitor.

Dass gerade die Jugend sich in der Lausitz noch nicht in ausreichendem Maße angesprochen fühlt und die Chancen eines Strukturwandels noch nicht erkennt, zeigen die im Rahmen des Netzwerktreffens vorgestellten Ergebnisse einer aktuellen Jugendumfrage, nach der nur ein Drittel der befragten Jugendlichen glauben, dass die Region nach dem Kohleausstieg lebenswerter und aufgewertet wird.

Insgesamt ist also noch viel zu tun, aber es wurde auch Einvernehmen dazu hergestellt, dass eine gute Kommunikation zu dem bereits Erreichten – weg von der Defizitperspektive – sowie eine Wertschätzung ein wichtiger Gelingensfaktor für den Strukturwandel ist.

Die Teilnehmenden werteten die Veranstaltung als einen schönen Mix aus Input und Erfahrungsaustausch in einem ansprechenden Ambiente.

Das nächste Netzwerktreffen ist nach der Sommerpause voraussichtlich für Dienstag, den 24. September 2024 geplant. Ort, Themen und Agenda werden so rechtzeitig bekannt gegeben, dass die Gremien in der Lage sind, ihre entsprechenden Beschlüsse zu fassen.

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