2. Revierwende-Konferenz in Bedburg

„Heimspiel vor vollen Rängen“ – so könnte man die 2. Revierwende-Konferenz am 27.10.2023 im Schloss Bedburg betiteln. Manfred Maresch, Leiter des Revierbüros des Projektes Revierwende, hatte mit seiner kurzweiligen, aber nicht minder kritischen Eröffnungsrede schnell das Publikum auf seiner Seite. Denn bei einem war sich die sehr unterschiedliche Zuhörerschaft einig: „Die Themen haben sich nicht verändert. Die Rahmenbedingungen haben sich aber nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.“

Trotzdem sollte es an diesem Tag nicht ums Lamentieren gehen. Vielmehr wurden in Bedburg drei Projekte mit unterschiedlichen Herausforderungen im Strukturwandel dargestellt. So verschieden die drei Projekte auch sind, sie vereint die Initiative zum Erhalt oder zur Schaffung von Arbeitsplätzen – eine der zentralen Forderungen der Gewerkschaften in der Transformation.

Thomas Hissel, als 1. Beigeordneter der Stadt Düren, konnte sehr eindrucksvoll aufzeigen, wie eine Stadt und ihre Kommunalpolitiker mit Mut zur Veränderung schon frühzeitig die richtigen Weichen gestellt haben. Mit dem InnovationsQuartier Düren wurde ein wichtiger Stein für die Papierfabrik der Zukunft ins Rollen gebracht. Man erhofft sich dadurch, den Beschäftigten im Papiercluster rund um Düren eine sichere Zukunft geben zu können.

Der Leiter des Helmholtz Cluster Wasserstoff (HCH2), Fabian Patzak, konnte das Publikum mit seinen Ausführungen zur Bedeutung und den Chancen durch innovative Wasserstofftechnologien in den Bann ziehen. Eine große Hoffnung des HCH2 ist es, Leuchtturmprojekte ins Rheinische Revier zu ziehen, die neue Arbeitsplätze in unsere Region bringen.

Mit Jürgen Müller kam auch ein Vertreter aus der betrieblichen Mitbestimmung zu Wort. Der Betriebsratsvorsitzende von Neapco in Düren stellte den zusammen mit der Belegschaft und der IG Metall bereits zurückgelegten Weg in der Transformation seiner Firma dar. Radnarbenmotoren für E-Antriebe sollen ab 2026 in Düren vom Band laufen und seinen Kolleg*innen eine Perspektive für die Zukunft geben.

Die Vorsitzende des DGB Bezirks NRW, Anja Weber, brachte es dann auch in ihrem Referat auf den Punkt: „Es geht hier um die Menschen!“ Sie verwies auf die vielen Chancen, die der Strukturwandel mit sich bringen könnte, wenn man es richtig anpackt und auch un- und angelernte Arbeitskräfte weiter qualifiziert und die Frauenerwerbstätigkeit fördert. Die bereitgestellten Fördermittel in Sportprojekte zu stecken und anderweitig zweckentfremdet einzusetzen erteilte sie eine klare Absage.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde nochmals deutlich, warum die Arbeit des Revierwendebüros so wichtig ist: die Vernetzung und der Austausch unterschiedlichster Akteure im Strukturwandel gelingt hier scheinbar mühelos. Da steht der IHK-Geschäftsstellenleiter Gero Fürstenberg, neben dem IG BCE Gewerkschaftssekretär Ömer Kirli. Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Vereins MineReWir Elisabeth Clausen und RWE-Vorstandsmitglied Lars Kulik können einigen Aussagen des IG Metall Bezirksleiters Knut Giesen zustimmen.

Am Ende ist man sich einig: Wir sind nicht immer einer Meinung, aber im Strukturwandel und bei der Transformation schauen wir in die gleiche Richtung und müssen an einem Strang ziehen! Es gilt der alte gewerkschaftliche Grundsatz „Nur zusammen sind wir stark“.

In seinen Schlussworten machte Manfred Maresch noch einmal deutlich, dass unser gemeinsames Handeln aber auch noch eine weitere Dimension hat. Es geht um unsere Demokratie. Nur wenn es uns gelingt die Menschen mitzunehmen und den Beschäftigten gut Perspektiven für die Zukunft zu geben, können wir den Menschen ihre Sorgen vor der Zukunft nehmen, und damit den „rechten Bauernfänger“ den Boden entziehen.

Und bei der Konferenz im nächsten Jahr, die dann am 30. Oktober 2024 stattfinden soll, werden wir dann Bilanz ziehen, aus der Perspektive der Arbeitnehmer*innen.

 

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