Rückschau: II. Mitteldeutsche Revierwendekonferenz

Am 11.5.2023 fand im Kulturhaus von Böhlen bei Leipzig die 2. Konferenz im Mitteldeutschen Revier im Projekt Revierwende des DGB statt.

 

Das Projekt wurde 2020 innerhalb der Förderrichtlinie STARK des BMWK (Stärkung der Transformationsdynamik und Aufbruch in den Revieren und an den Kohlekraftwerksstandorten) vom DGB angeschoben und wird in Berlin koordiniert. Es wird mit insgesamt über 9 Millionen Euro für alle Standorte gefördert: Lausitz, Mitteldeutschland, Rheinisches Revier und Saarland. Die regionalen Büros im Projekt haben die Aufgabe, hier die Gewerkschaften und andere Akteure für eine aktive und beteiligungs-orientierte Strukturentwicklung zusammenzubringen.

Michael Kellner im Gespräch mit Stephanie Albrecht-Suliak (IGBCE – Abteilungsleiterin Politik und Internationales), Ines Kuche (ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen – Gewerkschaftssekretärin), Christoph Hahn (IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen – Wirtschafts-, Struktur-, Industrie- und Sozialpolitik – nicht im Bild) und David Dvořák (Vorsitzender des örtlichen Personalrats Halle Eisenbahn-Bundesamt)

 

Auf der Konferenz saßen in der Diskussionsrunde zu Strukturpolitik Vertreter*innen aus den Einzelgewerkschaften des DGB aus verschiedenen Regionen, die dem Parlamentarischen Staatssekretär aus dem BMWK, Michael Kellner, ihre Sichtweise aus der jeweiligen Gewerkschaftsperspektive mitgeben konnten. Stephanie Albrecht-Suliak von der IGBCE unterstrich und konkretisierte die Forderung des gewerkschaftlichen Revierbotschafters Matthias Lindig nach sicheren Industriearbeitsplätzen in den betroffenen Regionen für die ökologische Transformation. Vor Ort in Böhlen und an der Reaktion im Publikum konnte man erkennen, wie zentral es vor dem Hintergrund der ernüchternden Transformationserfahrungen nach der Wende an diesem Standort ist, wieder Vertrauen in Politik zu schaffen und die Suche nach Lösungen im Sinne der Menschen in der Region sehr ernst zu nehmen.

 

Empfang am Kulturhaus Böhlen am Tag der Revierwendekonferenz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es zeigte sich auf der Konferenz auch deutlich, wie wichtig der länderübergreifende Zuschnitt des Projekts ist. Die Revierwendebüros agieren auf regionaler Ebene im föderalen deutschen System mit den unterschiedlichen Gegebenheiten, Rahmenbedingungen und Interessen. Für eine gelingende Transformation braucht es jedoch eine nationale Koordination, damit sich diese nicht gegenseitig blockieren. Der Zuschnitt des Projekts erlaubt es, die Vernetzung der einzelnen Regionen zu verbessern.

Neben den Podien wurden in Informationsrunden verschiedene Initiativen, beispielsweise zur Integration und erfolgreichen Ausbildung von Geflüchteten im Betrieb vorgestellt. Die Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE nahm die Gelegenheit wahr, die Diskussionspapiere zur Transformation vorzustellen. Die neue Weiterbildungsagentur Sachsen-Anhalt, ein Kooperationsprojekt der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord, der Landesinitiative Fachkräfte im Fokus und des Zukunftszentrums Digitale Arbeit Sachsen-Anhalt, erläuterte ihre vernetzte Arbeitsweise für eine beschleunigte Beratung. Weitere Informationen zur Veranstaltung hier.

 

Dr. Indira Dupuis

Bereichsleiterin Transformation der Arbeit (Stiftung Arbeit und Umwelt der Industrie­gewerkschaft IG BCE)

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